Umgangssprache: Definition, Merkmale und Beispiele
Die Sprache ist lebendig und verändert sich ständig. Im Alltag sprechen wir meistens locker und informell, nicht immer so, wie es in Büchern steht. Diese Art zu sprechen nennt man Umgangssprache oder auch Alltagssprache. Sie hilft uns, uns spontan, persönlich und oft auch humorvoll auszudrücken.
Auf dieser Seite lernst du, was Umgangssprache ist, woran man sie erkennt und warum sie besonders für Deutschlernende wichtig ist. Außerdem findest du in dieser Sammlung authentische Ausdrücke aus dem Alltag und umgangssprachliche Alternativen zu vielen standardsprachlichen Wörtern.
Was ist Umgangssprache?
Umgangssprache ist die Sprache, die „im täglichen Umgang mit anderen Menschen verwendet wird“ 1. Man nutzt sie vor allem gegenüber Personen, zu denen man eine gewisse Nähe hat, zum Beispiel in der Familie, im Freundeskreis, unter Bekannten oder Kolleg:innen.
- Sie ist eine weniger formelle Variante oder eine „Varietät“ der deutschen Standardsprache.
- Umgangssprache gehört nicht zu Fachsprachen oder Dialekten, sondern liegt dazwischen. Sie ist breiter verständlich, aber lockerer als die Standardsprache.

Was sind Merkmale der Umgangssprache?
Es gibt eine Reihe von typischen Eigenschaften, an denen du Umgangssprache erkennen kannst:
Direktheit
Sätze sind oft kurz und klar. Man bringt seine Gedanken sofort auf den Punkt, ohne lange Umschweife oder komplizierte Formulierungen. Dadurch wirkt das Gespräch spontan, locker und lebendig.
Wiederholungen
Es kommt häufig vor, dass Teile eines Satzes fehlen, wie Subjekte oder Objekte. Außerdem werden Gedanken oder Wörter manchmal wiederholt, um etwas zu betonen oder den Satz flüssiger zu machen.
Grammatikfehler
Manche grammatische Regeln werden nicht immer strikt eingehalten. Deswegen kann es vorkommen, dass der Satzbau, besonders bei komplexen Sätzen, nicht korrekt ist oder viele Konstruktionen vereinfacht werden. Weitere Besonderheiten findest du auf unserer Seite Grammatik im Alltag.
Dynamik
Neue Wörter werden schnell aufgenommen, zum Beispiel aus dem Englischen, der Jugendsprache oder aus Trends im Alltag.
Füllwörter
Oft werden Füllwörter wie also, ähm, halt oder eben genutzt, um sich während eines Gesprächs Zeit zu verschaffen, Pausen zu überbrücken und die eigenen Gedanken zu ordnen.
Warum ist es so wichtig, Umgangssprache zu lernen?
Die Umgangssprache ist besonders wichtig, weil sie im Alltag viel häufiger vorkommt als die Standardsprache. In Sprachkursen oder Lehrbüchern lernt man korrekte und formelle Sätze. Das ist gut für Prüfungen und offizielle Situationen, klingt im Alltag aber sehr unnatürlich.
Die meisten Gespräche unter Muttersprachlern sind locker und informell. Wenn du nur die „Lehrbuch-Variante“ des Deutschen kennst, verstehst du diese Gespräche vielleicht nicht vollständig und klingst selbst etwas steif.
Wenn du Umgangssprache lernst: